Topic : TOS - das Betriebssystem Author : Version : tos.hyp (5. März 2013) Subject : Programmieren/Atari Nodes : 3001 Index Size : 93602 HCP-Version : 5 Compiled on : Atari @charset : atarist @lang : @default : Titel @help : @options : +g -i -s +x +zz -t4 @width : 70 View Ref-File10.2.7 Spezialeffekte TOS Beim Einsatz von Farben, Texteffekten etc. ist besondere Vorsicht angebracht. Hier gilt die zumeist die Devise: Weniger ist mehr ! Es kann an dieser Stelle kein Patent-Rezept, sondern nur der Ratschlag gegeben werden, sich an vorbildlichen Applikationen zu orientieren. Speziell bei Verwendung von Farben sollte ein Software-Entwickler immer im Hinterkopf haben, daß das Farbempfinden eines Menschen sehr subjektiv ist; daraus folgt, daß es dem Benutzer möglich sein sollte, die für ihn angenehmen Farben einstellen zu können.Eine vorbildliche Applikation in dieser Hinsicht ist z.B. das relationale Datenbanksystem Phoenix von Application Systems Heidelberg. Hier läßt sich nahezu die gesamte Benutzeroberfläche vom Anwender frei konfigurieren. In Textdokumenten sollte darauf geachtet werden, nicht zu viele Texteffekte gleichzeitig einzusetzen bzw. zu vermischen. Auch hier gilt: Weniger ist mehr ! Doch kann diese Aussage auch nicht pauschalisiert werden: Es gibt Fälle, in denen der Einsatz mehrerer Effekte zum gleichen Zeitpunkt nicht nur toleriert werden kann, sondern sogar sinnvoll ist. In einem Hypertext-system beispielsweise müssen Querverweise dem Benutzer besonders deutlich gemacht werden. Auf nahezu allen Plattformen gilt der Standard, diese Referenzen unterstrichen, und wenn möglich, gleichzeitig auch in Farbe darzustellen. Das hat den Vorteil, daß Textstellen, die einen einfachen Effekt nutzen, trotzdem noch von Querverweisen unterschieden werden können. Das Fehlen eines Patent-Rezeptes führt bei vielen Entwicklern zu Unsicherheit, die darin gipfelt, auf Spezialeffekte bzw. Farbe ganz zu verzichten. Das kann jedoch nicht Sinn der Sache sein ! So kann Farbe, sinnvoll eingesetzt, nicht nur zu erheblich mehr Übersichtlichkeit beitragen, sondern auch die Attraktivität einer Applikation drastisch erhöhen. Lange Rede - kurzer Sinn: Spezialeffekte (gleich welcher Art) sollten sehr überlegt und sparsam eingesetzt werden. Bei der Entwicklung eines Softwareproduktes tut ein Programmierer gut daran, möglichst früh den Benutzer in seine Arbeit einzubeziehen (User-Testing), und sich an vorbildlichen Programmen zu orientieren. Am sinnvollsten ist es, alle heiklen Punkte für den Anwender frei konfigurierbar zu machen ! Querverweis: AES Style-Guidelines